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  Lady Co
® vid
Hörspielfassung  (als Hörspiel z.Zt. in der Produktion)





























































































































































































































































































 Lady Co®vid
(Zeit der Seuche)

 

 Hörspiel-Drama

 
in Ereignissen

 

 Frank Körber © 2020

 

(Stand: 07.07.2020)

 

* * *

 
Personifikationen

 

Barde – mittelalterlich gewandet, hat statt der Lyra gerade das Klavier für sich entdeckt – spielt ziemlich grauenvoll, setzt es manchmal nur für Perkussionen ein, Melodien können frei gestaltet werden

Narr - der Erzähler (Narrator) einzelner Passagen ist, schon auch ein wenig der Narr der Könige in Kostüm mit Kappe und Glöckchen

Höheres Wesen – wer kennt es schon genau? Ob Stimme aus dem Off, Mann, Frau, Kind, Tinkerbell-Lichtwesen – alles ist denkbar

Mutter Erde – weise, müde, alte Dame (vielleicht aber auch ganz anders)

Lady Co®vid – ist ein wenig die Anti-Mutter-Courage. Sie erfüllt ihre Aufgabe, hinterfragt sie nicht. Liebt und hegt ihre fiktiven Kinder.

Politikess – Namen braucht es nicht, Gestalt ist austauschbar; handelt es sich doch am Ende um austauschbare Zeitgenossen, die glauben, sie seien zu berufen zu führen und dabei doch nur dienen.

Virolencia – weißer Kittel, soviel ist sicher.

Psyche – die Psyche ist recht wandelbar und wählerisch zugleich, introvertiert und expressiv verändert sie ihr Äußeres, auffällig unauffällig. Eines ist sicher: Anpassung liebt sie nicht!


*

Kurzer Hinweis zu den Charakteren:

Es handelt sich einerseits um Personen, wie im richtigen Leben. Andererseits

kann die Darstellung als auch als Personifikation, als eine Art Familienaufstellung meines ureigenen Selbst verstanden werden. Ist nicht jede von uns ein wenig Politiker, Seuche und Höheres Wesen?

 Jeder dieser Aspekte glaubt natürlich von sich, die entscheidende Rolle in meinem Dasein zu spielen und möchte sich entsprechend langatmig zur Schau stellen. Ich möchte wirklich niemandem die Show stehlen, aber, liebe Anteile, fasst Euch bitte kurz.

 In einer frühen Version bevölkerten weitere Charakteranteil das Spiel des Geistes mit den Personifikationen der Seele. Sie kennen das „Inneres Kind“, „den Vater“, „die Mutter“, „den Monarchen“ … doch all diese Anteile kommen an in anderen Bühnen-Stücken hinreichend zu Wort, so dass ich hier darauf dankend verzichte. Lediglich dem Narren gleich dem Narrator soll eine Rolle hier nicht verwehrt sein, was wohl einer persönlichen Marotte entspringt, die vielleicht daraus resultiert, dass es liebe Personen in meiner privaten Umgebung gibt, die mir attestieren, das vierzehnte Lebensjahr nicht wirklich überwunden zu haben, was ich mit einer gewissen Freude gerne annehme.


* * *

            Ereignis 0                Vorgeschichte

            Ereignis n-m            Die erste Infektion

            Ereignis 2                Ode an die Lebenslust

            Ereignis 3                Lock Down der Menschheit dieser Welt

            Ereignis 4                Lady Co®vid

            Ereignis 5                Der Krisenstab

            Ereignis 6                Maskamania

            Ereignis 7                Ausverkauft!

            Ereignis 8                Lady Co®vid – Heimsuchung der Slums

            Ereignis 9                Helfende Hände

            Ereignis 10              Von der Einsamkeit

            Ereignis 11              Home-Schooling – Teil 1

            Ereignis 12              Trauma

            Ereignis 13              Loblied der Systemrelevanz

            Ereignis 14              Home-Schooling – Teil 2

            Ereignis 15              Superspreader

            Ereignis 16              Der Denunziant

            Ereignis 17              Ruin und Reichtum

            Ereignis 18              Rettungsschirm

            Ereignis 19              Agonie

            Ereignis n+1            Herden-Immunität

            Ereignis n+2            Zeit der Heilung

            Ereignis nn              Big Bang



 * * *

Vorgeschichte

Narr
Zweitausendzwanzig – der Himmel trübt sich über den Seelen von Milliarden von Menschen sowie einigen menschlich und unmenschlich scheinenden Wesen.

 Das alte Europa vernimmt erste Kunde einer Gefahr aus dem Osten, aus Asien, vermutlich aus China. Eine Krankheit scheint ausgebrochen, deren Name zunächst ungewiss, deren Ursprung fragwürdig, wenigstens zweifelhaft, deren Wirkung nicht vorhersehbar ist.

 Menschen erkranken. Manche leicht. Andere schwer. Menschen sterben.

 Der Welt – ja, dem gesamten Globus – nicht dem fernöstlichen Teil allein, nicht nur der alten Welt allein, nein, der gesamten Erde wurde der Krieg erklärt. Der Feind? Ein Virus! Ausgebrochen aus einem Labor? -  geschickt von Mutter Erde? Nur wenige wissen es. Sie hüllen sich in Schweigen.

 Die Regenten geben die Regentschaft ab an Lady Cor®vid, die erste Weltdiktatorin in der Geschichte der Menschheit. Mit eiserner Wucht nimmt sie eine Nation nach der anderen. Isoliert. Sperrt ein. Tötet die Schwachen. Verbreitet Angst und Schrecken über das Land.

 Das Julfest, die Weihnacht, gerade vorbei. Den Jahreswechsel vollzogen in stiller Zweisamkeit, in der Familie, mit Freunden – jeder, wie es ihm beliebt. Erste Geburtstage priesen den Jahresbeginn Zweitausendzwanzig.

Vieles geplant für den Jahreskreis. Feierlichkeiten, Urlaube, Seminare, der Besuch der alten Dame. Es sollte eine ereignisreiche Zeit werden.

Doch dann kam sie: Lady Co®vid!

Don’t Panic! – bleiben Sie ruhig!

* * *

Die erste Infektion

 Barde
Ein winziger Virus, was der alles kann
Erst befällt er nur einen Mann
Erst heißt es „auf dem Markt“ übertragen
Doch das ist absurd, soviel lässt sich sagen

Ein Labor wird lokalisiert
in dem jemand forscht,
erfolgreich kreiert.

 Die Herkunft wird lieber vor allen verborgen,
sie wär‘ nicht geliebt, sie machte uns Sorgen und
triebe uns Völker schnell gegeneinander.

 Doch die Nationen brauchen weltweit - Einigkeit

 Mit einer Stimme,
mit einer Doktrin,
mit einem Gesetz,
nur so kann’s jetzt geh’n.

 Erst befällt es den Adam, den ersten Mann,
der ahnungslos ist und ohne Scham seine Freundin verführt,
sie infiziert schnell die Mutter, die sie später verliert.
Die Mutter den Vater, die Freundin, das Kind.
Es scheint, dieser Virus, er reist mit dem Wind.

 Des Virus‘ Traum erfüllt sich rasch,
entkam aus der Gefangenschaft,
entfloh sehr leise dem Labor.

 Eine Reise trat er an, rund und rund um die Welt.
Den Frieden von Mutter Erde gestört!
Das Klagen von Mutter Erde erhört?

 Es scheint, dieser Virus ist wie ein Kind,
reist rund um die Welt, reist mit dem Wind.

 Reißt mit dem Wind …

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen

So ist es nun beschlossen. Sie haben selbst gewählt.
Der leichte Weg ist ihnen fremd, war ihnen immer fremd.
Menschen eben, erleben, lernen noch am besten durch die Krise;
wenn es schon scheint, dass sie ertrinken,
tief versinken in das Schlammbett ihrer Seele.
Sei es drum. Das Spielbrett steht bereit.

Mutter Erde
Mir erweckt sich das Gefühl, der Mensch begreife nicht,
dass er ein Teil von mir nur ist,
sich nährt, wenn er mich nährt,
sich selbst am meisten quält, wenn er mich quält,
sich selber flucht, wenn er mir Fluch und Bitternis entgegenwirft.
Er täte gut daran, mich als Gesamtes seiner aller Seelen Selbst zu verstehen.
Doch diese Sicht auf große Dinge ist ihm fremd.

Lady Co®vid
Nun Kinder, kommt!
Es wird jetzt Zeit, das Eurige zum Spiel nun beizutragen!

Politikess
Absurd. Die Sicherheitsbestimmungen missachtet. Die Regeln in den Wind geschossen. Geforscht, gewildert, Experimente um jedes Leben Preis. Wir hatten sie gewarnt. Unterscheidungen in den Genen, um sich eine Vorherrschaft zu erringen, das war und bleibt und gehört – verboten! Und doch – es wird erforscht. Was möglich ist wird umgesetzt. Und immer noch plus Eins.

Waffen zu erschaffen wider die Natur aus der Natur ist Blasphemie. All das Geheime, das uns fordert es zu fördern. Wir wissen längst zu viel. Und drehen es – nach alter Politik Manie – bis es uns ins Gewissen passt. In unseren Labors herrscht Ordnung. Nichts und niemand bricht dort aus. Doch dort? Wir haben sie gewarnt es uns nicht gleich zu tun!

  … und nun das!

 * * *

 Ode an die Lebenslust

 Barde
Zeit zu leben, Zeit zu tanzen
fürchte weder Klang noch Beat
Sei verrückt, Schwindel der Sinne
gigantisch klingt im Raum Musik

Ein grandioser Rhythmus, ein grandioser Klang, habt Spaß daran
Ein irrer Klang benetzt berührt den Shuffle-Beat der Nacht

‘s ist Showtime, Tanz im Lichtermeer
fürchte weder Klang noch Beat
 ‘s ist schrill, ein verrücktes Abenteuer
gigantisch klingt im Raum Musik

 Ein unglaublicher Rhythmus, ein unglaublicher Song, habt Spaß daran
Ein irrer Klang benetzt berührt den Shuffle-Beat der Nacht

 Atme den Duft des Überirdischen
fürchte weder Klang noch Beat
Du schwebst über‘s Parkett
gigantisch klingt im Raum Musik

 Ein frenetischer Rhythmus, ein frenetischer Song, habt Spaß daran
Ein irrer Klang benetzt berührt den Shuffle-Beat der Nacht

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Sie sind so lustig, diese Menschen.
Manchmal denke ich, sie brauchen uns nicht mehr.
Und wieder dann sind sie so Kind,
zerbrechlich zart, naiv und klein und doch so Abenteuerstark…

Mutter Erde
Ein wenig Ausgelassenheit steht ihnen gut.
Jedoch in diesen Tagen?
Es wird das Leichte ihnen schwinden, Akt für Akt.

In ihren Herzen sind gespeichert Licht und Tanz und Liebelei.
Doch bald schon stehen sie in des Grabes Nähe,
spüren Hades Dunkelheit.
Dann ist es gut, des sanften Lichtes Schein sich zu erinnern.

Lady Co®vid
Feiert Ihr nur schön. In Ischl, Karneval und überall auf Eurer Welt.
Wir feiern heute mit.
Und glaubt mir das: wir freuen uns darauf!

Politikess
Gib ihnen Brot, gib ihnen Spiele, ein gigantisches Gaming-Portal im Internet und an der Börse und Sex im Übermaß. Gib ihnen kleine, nette Ziele. Und das Gefühl von Wichtigkeit. Ein schicker Urlaub, die eigenen vier Wände, ein Funken Machtgefühl, der ihnen Kraft verleiht, als wären sie aus Stahl.
Das macht sie geschmeidig, gefügig, wächst sie zum Spalier!
Wenn Du sie rufst, dann sind sie Dein. Sind alle Menschen wirklich derart einfach dumm gestrickt?

Virolencia
Hoch infektiös sind diese Partys. Heute feiern, morgen tot!

Psyche
Lebens wilde werte Lust - Tanzen, Spielen, Jagen, Lachen.
Wie die Kinder toben, singen, ausgelassen dumme Dinge sinnlos leicht entspannt getan. So völlig ohne Ziel und Zeit in ihren Tag gelebt.

Das ist’s wie ich die Menschen mag.

 * * *

 Lock down der Menschheit dieser Welt

 Barde
Stopp! – hör auf zu lachen,
Stopp, beende den Tanz, hör auf Dich auszupowern!
Stopp! – hör auf zu schaffen, hör auf zu singen, kein Sex, keine Liebe mehr
Stopp sofort!
Stopp! – hör auf zu schreien, sperr Dich selbst und Deine Kinder ein,
                schweig still, versiegele Deine Lippen!
Stopp – niemand darf hier mehr selber sein!
Stopp! – Du darfst nicht Beziehungen pflegen,
     zu Deinen Nächsten, Nachbarn und Co.!
Stopp! – Du darfst nicht mehr denken, n
     nicht reden, nicht schweigen, nicht leben, nur Nichtsein – oder so?
Sperre Dich weg, my home is my Kerker.

Die Lady duldet den Widerspruch nicht!

Ausgangssperre- Es herrscht Ausgangssperre!
Für die Welt, für das Weltall, für alle und mich!

Stopp! – Gefühle sind einzufrieren, zu Deinem Schutz, eiskalt diktiert.
Stopp! – Du bist zu isolieren, Einzelhaft, no visit, no pride
Stopp! – Beende sofort alle Dinge, beende sie JETZT – es ist keine Zeit!

Lady Co®vid, mit eiserner Faust,
lässt niemanden mehr aus dem Haus

Ausgangssperre- Es herrscht Ausgangssperre!

Für die Welt, für das Weltall, für alle und mich!

 * * *
Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Es ist Zeit für sie zu lernen.
Haben doch schon viel zu lang geschlafen.
Der Mensch baut für den Menschen ein Gefängnis.
Nicht gewahr der Leitung durch das Hohe Sein.
Erbaut sich einen Kerker, das Verlies im tiefsten Selbst,
um sich dort zu verstecken erst - und es am Ende zu zerschlagen.
So ist er eben.

Mutter Erde
Der Zahn der Stille nagt sich ein.  Die Welt hält schon den Atem in den Lungen fest umschlungen. Hadert der Dinge, die so offensichtlich bald schon Einlass fordernd vor der Türe steh’n.

Lady Co®vid
Kinder, kommt, verteilt Euch in der Welt.
Macht langsam. Nicht hastig, aber stetig wie die Welle,
die erst lange Wasser einsaugt, sich dann aufbaut
als Tsunami wütend, zornig, unaufhaltsam das Land zerbricht.

 Der aufgewühlten Seelen sind genug für alle da.

Virolencia
Wir müssen etwas unternehmen.
Die Seuche bläht sich auf mit großer Wucht.
Das Virus ist mutiert. Wir wissen nicht genau,
wie schnell es wächst und wie es sich verteilt.
Bald tausende von Toten fordert, wenn wir richtig handeln,
Millionen Tote, wenn wir weiter warten wie bisher.
Wir müssen jetzt die Grenzen schließen.
Menschenleiber voneinander trennen.

Ausgang sperren, drakonische Strafen verhängen für Zuwiderhandlung.
Mordor hat seine Tore geöffnet.
Brandet an gegen das Bollwerk Gesundheitswesen,
das weltweit nicht einig, nicht vorbereitet ist.
Das Virus wird die Schwachstellen suchen und

... finden.

Politikess
(Geheime Konferenz): „Sehr geehrte Damen und Herren, Herr Vorsitzender, wie uns durch den Geheimdienst mitgeteilt wurde, ist ein hochgefährlicher Virus aus einem Bio-Was-auch-immer-Labor entwichen. Dieser Virus ist möglicherweise in der Weise konstruiert, dass er sich als Grippevirus tarnt, dann nach und nach verschiedene Organe befällt, aber vor allem, dass er je nach Person vollkommen unterschiedliche Krankheitssymptome aufweist. Wir sehen uns daher gezwungen, die parlamentarisch orientierten Regierungsgeschäfte weitgehend einzustellen. Demokratie ist in dieser Situation leider nicht an der Tagesordnung. Bitte vermitteln Sie dies ihren Fraktionen. Wir sind in einer kriegsähnlichen Situation, nur dass der Gegner eben kein Wie-auch-immer-entartetes Regime, sondern ein unberechenbarer Virus ist. Panik gilt es zu vermeiden. Klare Anweisungen sind dem Volk rhetorisch geschickt zu vermitteln.

In Absprache mit dem jüngst gebildeten Krisenstab übergebe ich die Handlungsvollmacht bis auf weiteres an Virolencia. Es ist eine medizinische Krise, eine Seuche, die die Welt befallen hat, vergleichbar mit der Pest, der Cholera, wie man mir glaubhaft machte. Bitte haben Sie Verständnis und verhalten Sie sich verhalten, also ruhig!“

(An das Volk gewandt): „Liebe Bürgerinnen und Bürger, es haben uns Nachrichten aus China erreicht, nach denen ein neuartiger Corona-Virus auf einem Markt für exotische Tiere einen Menschen befallen hat. Dieser Virus ist hochansteckend und verbreitet sich vorwiegend über die Schleimhäute, also beim Sprechen und Niesen und vor allem rasend schnell. Durch eine Kette von Ereignissen sind in China mittlerweile tausende von Menschen angesteckt, erkrankt. Erste Personen sollen bereits den Folgen der Erkrankung erlegen sein.

Wir behalten das Geschehen im Auge. Machen Sie sich keine Sorgen, die BRD ist bislang nicht betroffen und medizinisch auf einem hohen Niveau. Sollten wir neue Erkenntnisse zur Ausbreitung des Virus erlangen, werden wir Sie darüber selbstverständlich informieren.

Psyche
Hoppla, was geschieht da gerade?
Die endlosen Zeilen zwischen den Worten erregen Verdacht.
Versteh ich recht? – den Körper wollen sie vor dem Virus schützen,
was es auch koste.

 Der Preis ist dann wohl der Geist!

 * * *

 Lady Co®vid

Narr
Durch die Stimmen der Moderatoren dieser Welt drangen
die Gedanken von Lady Co®vid in den Äther.

Sie flüsterten Verschwörungen in den labilen, zarten Geist der Menschheit,

verwoben geschickt, verzwickt geflochtene Furcht und Stränge von Angst in Seelen, Geist und Sinne. Im leichten Säuseln der Radiowellen versprach sie den Menschen Schutz unter der Fahne ihrer Diktatur.

Barde
Ich – glaube an die Freiheit!
Ich – glaube an die Grundrechte!
Ich – glaube an Freizügigkeit!
Doch im Moment halte ich besser meinen Mund.

Narr
Lady Co®vid beschwor sozialen Abstand zu halten,
zu jedem und allen und eigentlich immer dar.
Lady Co®vid erklärte Verwandtenbesuche für unmenschlich, barbarisch.
Beschwor die dringende Notwendigkeit mich von Dir fernzuhalten.

Barde
Ich – glaube an die Freiheit!
Ich – glaube an die Grundrechte!
Ich – glaube an Freizügigkeit!
Doch ich halte besser meinen Mund.

 Mylady, bitte hört auf uns wie die Schlachtlämmer einzusperren!
Mylady, bitte hört auf unsere Sinne in Eurem Ghetto einzukerkern!
Mylady, verbietet den Menschen nicht einander zu begegnen.
Wir sind Herdenwesen und ertragen Isolation nur schwer!

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Mylady Co®vid, tun Sie ihre Pflicht.
Reichen Sie der Menschheit Ihren selbst erdachten Fluch.
Der hehre Geist der Ängstlichkeiten hat der Kranken Leid erschaffen.
Von Jäh bis heut‘. Nun wieder wüten Sie, wie es der Mensch erwartet hat!
Aus Angst erwachsen Re-Aktionen. Angst führt zu Veränderung.
Veränderung per se führt allzu häufig in das Nichts.
Doch allenthalben wächst sie über sich hinaus
und schafft ein neues hohes Sein.
Mylady, den Geist der Menschheit gilt es zu verführen,
 in ein Bewusstsein frisch und leichter als das Jetzt.
Rein technisch hat der Mensch sich wohl entwickelt,
geistig jedoch hängt er den alten Pfründen an.

Mutter Erde
Ich spüre die Unruhe, den Aufruhr. Es brodelt den Menschen in Herz und Magen. Bald werden die Vulkane der Furcht ausbrechen, sich Angst und Schrecken in den Köpfen verbreiten. Immer heftiger, immer schneller, immer unkontrollierter. Dann tritt die Lähmung ein. Das Erstarren in der Furcht ist gleich dem Erstarren der Lava zu skurrilen Gebilden. Erst hart wie Stein zerfallen erste Brocken bald zu jenem Staub, der den Nährboden für neues Wachstum bildet. Wenn ich Millionen Jahre in Moment raffe, scheint es mir als Leben aus der Glut.

Lady Co®vid
Kinder, Kinder, verteilt Euch! – Die große und gefährlichen unter Euch bleiben auf dem asiatischen Kontinent, einige sollten vielleicht auch nach Europa, Nordamerika wehen. Ihr Kleinen könnt Euch in Afrika tummeln und Südamerika. Hopp, hopp, die Winde warten nicht. Sie wehen, sie wehen mit voller Kraft. Sattelt auf und … eine gute Reise!

Virolencia
Jetzt ist die Politik gefragt. Nur mit eiserner Faust regiert kann die Menschheit die Seuche überstehen. Wollen Sie Leben retten oder Demokratie? Beides gleichzeitig geht in dieser Situation nun mal nicht. Seien wir ehrlich. Die Grundrechte müssen dem Gesundheitsschutz den Vorrang einräumen. Sonst haben wir hier bald eine Pandemie, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Sie müssen die Menschen vereinzeln. Den Kontakt minimieren. Alle Bewegungen einfrieren, im Keim ersticken. Nur so kann die Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Politikess
Die Grenzen sind bereits geschlossen. Jedes Volk sich selbst das nächste. Die Menschen haben wir – so gut es eben geht – isoliert. Und doch - wir kratzen mit unseren Verordnungen deutlich an den Grundsätzen unserer Ethik. Der Gedanke einer gemeinsamen Weltordnung – zerschlagen. Stattdessen hantieren wir mit wilden Verordnungen und Erlässen, die jeder Rechtsgrundlage entbehren. Aber es gibt jetzt wohl keinen anderen Weg. Es gilt nicht weniger als die gesamte Menschheit retten. Da muss es neue, harte Regeln geben.

Um sicher zu gehen sollten wir den Notstand ausrufen, so wie in Bayern. Dann ist das Grundgesetz offiziell außer Kraft und wir können anordnen, was nötig ist, um die schlimmste Phase der Seuche zu bewältigen.

Psyche
Isolation? Sozialer Abstand? Social distanzing– das ist nicht gut. Gerade die sozial Schwachen, die Kranken, die Sterbenden sind es doch, die Fürsorge und Nähe in Krisenzeiten dringend benötigen! Soziale Distanz führt zu Vereinsamung. Das wird unkalkulierbare Schäden nach sich ziehen.

* * *

Der Krisenstab

 Barde
Tag um Tag und Nacht um Nacht
kreisen ihre Gedanken um die Rettung von Leben
Sie retten ihre Nation, doch sie töten damit einzelne
solange bis die Krise bewältigt, ihre Arbeit getan ist

 Tag um Tag und Nacht um Nacht
müssen sie lügen, müssen sie kämpfen
Sie denken „habt keine Angst“
und bestellen Panzer an den Stadtrand - vorsichtshalber
Sie frieren das Leben ein schließen Banken und Seelen ein

Tag um Tag und Nacht um Nacht
versprechen sie Rettung, Lichter am Ende des Tunnels
Mit Worten locken sie, mit dem Rücken zur Wand
während sie das öffentliche Leben tilgen

 Tag um Tag und Nacht um Nacht
ist der Feind gleich hinter Dir
Der Krisenstab ist müde
Nationen gehen in Flammen auf

 Nacht für Nacht und Tag für Tag
nehmen sie Aufputschmittel um durchzuhalten
Ihre Träume düster und voller Angst
Ihre Seelen in Aufruhr, die Augen vertrocknet

 Lüge um Lüge um Lüge um Lüge!
Es scheint, die Wahrheit sei für immer verschwunden
Die Krisenstäbe glauben an die Notwendigkeit und den Sinn ihrer Arbeit
Die Nationen leiden Qualen unter den empfindlichen Schlägen

 Menschen sterben!

 Tag und Nacht – Tag und Nacht!

 Durch die Hand der Lady Co®vid – viele!

 Durch seelische Grausamkeit – andere!

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Politikess
Erschöpft bin ich und niedergeschlagen. Hätte ich gewusst, dass mir nach 15 Jahren Amt, dieses Desaster blüht …

Die Menschen haben einen Anspruch auf die Wahrheit und gleichsam auf die Lüge, dann wenn die Wahrheit ihnen ihren Seelenfrieden raubt. Justitia hält beiden die Waage. Doch schon die Daunenleichte Lüge an der falschen Stelle und sie durchschauen jedes Spiel, stranden im Hades, verzweifelt, ohne Hoffnung, ertrinkend ringend sinkend treiben sie im Styx, dem Fluss der sie nur trägt, weil er getränkt ist von ihren salzverhangenen Tränen. Ich bin es leid, sie der Verschwörung zu bezichtigen, wenn Ihre Ahnung dem Geschehen allzu nah. Ich bin es leid, selbst die Verschwörung anzuzetteln, sei es auch nur im Auftrag sie zu retten. Ich bin es leid. Und auch in bin nur ein Mensch und ersehne mir das Recht auf eine Lüge.

Höheres Wesen
Kein Geld der Welt kann ihnen diese Last versüßen. Die Seelen gehen durch die Hölle, kommen nicht mehr in den Schlaf. Sie wollten wichtig sein, bekannt, berühmt, im oberen Drittel spielen. Wenn sie nur etwas mehr von den Gestaden jenseits dieses Lebens wüssten. Sie hätten Ruhm und Macht gemieden.

Psyche
So wird der Richter gleich dem Henker zu Gehängten, seiner Seele nicht mehr würdig.  Die Last ist schwer zu ertragen selbst für solch ein machterprobtes Alpha-Tier. Du siehst nicht weiß noch bunt. Deine Tages Politikess sind getaucht in mattes, fahles Grau. Dein Geist will fliehen. Doch wohin? In den Wahnsinn? In die Krankheit? eine Spaltung vielleicht, dass wenigstens ein Teil von Dir noch in den Schlaf findet? Wie lange wirst Du es durchhalten?

Virolencia
Wir dürfen nicht aufhören, die Bevölkerung zu warnen! Was in Jahrzehnte langer Arbeit in Konzepten immer und immer wieder gut durchdacht und oft verbessert wurde, darf jetzt nicht scheitern an falsch verstandener Menschlichkeit. Ich weiß, Ihr seid müde, überanstrengt, schwach und möchtet am Liebesten alles hinschmeißen, kapitulieren. Das dürft Ihr nicht. Nicht jetzt. Nicht heute. Das Manuskript ist gut. Machen weiter, halten daran fest.

Lady Co®vid
Es führt sie zur Veränderung. Sie tun nur, was sie glauben tun zu müssen. Am Ende werden ihre Seelen wissend reisen. Am Ende. Ganz am Ende ihres Seins. Jetzt hassen sie mich, weil ich ihnen Tod und Verderben bringe. Und sie werden mich immer dafür hassen. Doch – wenn die Schäden beseitigt sind, das Chaos einer neuen Ordnung gewichen ist; dann werden sie aus dem Trauma erwachen – und siehe es ist gut!

Mutter Erde
Der entscheidet, der ist’s der die Richter richtet unter den Menschen. Politik und Management sind die Brutstätten sozialer Inkompetenz. Nicht geneigt, das Schicksal der Menschheit dauerhaft zu lenken. Nicht geneigt, sich selbst in der Gemeinschaft der Menschheit in der Gemeinschaft einer Erde zu begreifen.

Nicht geneigt, die höhere Einheit zu verstehen oder gar zu leben!

 * * *

Maskamania (für die Schweiz irrelevant)

 Barde
Trag Deine Maske, wann immer Du Dein Haus verlässt,
mit etwas mehr Enthusiasmus, bitte, dann schützt es vor der neuen Pest!
Es ist Deine Pflicht Dich sozial zu isolieren,
um Leben zu retten! - um Leben zu retten!
Trag Deine Maske, nimm sie niemals ab,
egal wie schlecht Du Dich dabei fühlst.
Befolge die Befehle, sie retten Leben!

Es sind Befehle!

Narr
Als die Coronamania begann, gab es nicht genügend Schutzmasken für alle Menschen auf dieser Welt. In meinem Krankenhaus war ihre Anzahl nicht annährend ausreichend, nicht in den Altenheimen, nicht in den medizinischen Praxen. Ärzte und Personal standen quasi splitternackt gegenüber hochinfektiösen Patienten. Die Nachfrage regelt den Preis. Der Preis für Schutzkleidung schoss ins Unerträgliche. Container mit Schutzmaterial wurden gestohlen. Staaten verhinderten den Export von Material, stoppten Lieferungen an ihren Landesgrenzen, proklamierten Freundschaft, lebten offene Feindseligkeit.

Am Ende aber … sollte sich dieser Mangel als ziemlich genial erweisen. Die Menschen in diesem meinem Land begannen um die Masken zu ringen. Über Nacht entwickelte sich aus den verhassten Atemwegblockern die Idee eines lebenswichtigen Gesundheitsschutzes, den jeder zu brauchen glaubte. Tragen wollte sie zwar erstmal niemand, aber besitzen wollten sie alle. So sind die Menschen eben. Jäger und Sammler, wie eh und jeh!

Nur in Afrika und in den zahllosen Ghettos und Slums dieser Welt gab es keine Schutzkleidung für die Leidenden, die Ärmsten der Armen.

Sie in Panik versetzen, ja, das war auf wundersame Weise wunderbar gelungen.

Ihnen helfen?  - aber nein. Sehen Sie sich doch bitte unsere eigene Situation an. Wir müssen erst einmal unsere Bevölkerung schützen. Das hat Priorität!

Unzählige Nationen praktizierten den amerikanischen Traum vom Überleben der Stärkeren, hatten keine Zeit, sich um die Ärmsten der Welt zu kümmern. Kein Interesse.

Erst die zähen Bemühungen von Menschenrechtsaktivisten brachten sie ein wenig in die Spur zurück. Deutschland importierte 47 geflüchtete Kinder …

Wie viele Menschen leben doch gleich im Elend – in Afrika? – in den Ghettos dieser Welt? – kann auch sein, es waren dreiundfünfzig Kinder.

 * * *

Zeitzeugen kommen zu Wort

Virolencia
Ja, nein! – eigentlich halten wir den Mund-Nase-Schutz nicht für sicher. Aber andererseits, nach der Untersuchung des Militärs zur Aerosolverteilung scheint es derzeit keine Alternative zu geben, weite Teile der Bevölkerung zu schützen. „Daher bitten wir Sie inständig, sich an die Regeln zu halten und in allen Situationen, in denen Sie auf andere Menschen treffen, die Maske zu tragen. Vergessen Sie nicht: die Maske rettet Leben.“ (Achtung! - dies gilt nicht für die Schweiz! - Anmerkung des Autors - BRD)

Politikess
(An das Volk gewandt): „Sie haben die Empfehlung des Institutes gehört. Es gibt keinen anderen Weg. Wir können den Lock Down nicht bis zur flächendeckenden Impfung aufrechterhalten, daher müssen wir Ihnen einen Mund-Nase-Schutz leider abverlangen. Ab sofort dürfen alle öffentlichen Gebäude nur noch mit MNS-Masken betreten werden, das selbe gilt für Einkaufszentren, im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Solange, bis der Impfstoff in ausreichender Menge vorhanden ist. Bitte halten Sie sich daran. Das ist unsere einzige Chance, den Virus in den Griff zu bekommen!“

Lady Co®vid
Wenn sie glauben, sie könnten durch einen Mund-Nasen-Schutz dem Virus entgehen, dann haben sie sich eben einfach geirrt. Meine Kinder sind überall. Sie diffundieren durch die Gefäßwände aus der Lunge in andere Organe.Wir sind ja schließlich keine einfache Grippe. Selbst im Abwasser sind wir zu finden, nicht wahr, Kinder!

Psyche
Masken verfremden die Gestik. Kindern machen die Masken Angst. Selbst Erwachsene benötigen den Blick auf das Gesicht ihres Gegenübers, allein schon um den Inhalt einer Äußerung deuten und richtig einordnen zu können. Worte allein, undeutlich durch eine Maske gesprochen wirken unverständlich. Das erträgt auf Dauer kaum ein Mensch. Stellen Sie sich vor, Sie seien blind. Sie hören nur die Worte ihres Unterhaltungspartners, wissen nicht, ob er lacht oder sich gerade stirnrunzelnd im Nacken kratzt. Nur dass der blinde Mensch die winzigen Nuancen im Wortgeflecht geübt wahrnimmt. Sie nicht!

 * * *

Ausverkauft!

Barde
Ausverkauft! – alle Schutzmasken!
Ausverkauft! – die Schutzanzüge!
Ausverkauft! – Gummihandschuhe!
Ausverkauft! – selbst das Klopapier!

 Ausverkauft! – Desinfektionen!
Ausverkauft! – Salz, Hefe - leer!
Ausverkauft! – jetzt auch Kondome!
Ausverkauft! – Mehl und Zucker gibt’s nicht mehr!

 Nicht zu verkaufen! – schöne Ferien!
Nicht zu verkaufen! – offene Türen!
Nicht zu verkaufen! – Eis und Leckereien!
Nicht zu verkaufen! – Kultur geht gar nicht mehr!

 Verraten, verwirkt: – die Freizügigkeit!
verraten, verboten: – Demonstrationen!
Dem Notstand geopfert: die Demokratie!

Erraten? – jetzt neu: Isolation!

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Politikess
Verdammt, das kommt davon. Früher, in der Zeit des kalten Krieges da waren wir auf alles vorbereitet. Da waren wir ausgerüstet. Konnte doch keiner ahnen, dass so eine Seuche mitten in den Frieden platzt. Sparen von Material und Personal bedeutet doch Steigern von Gewinnen. Und die sind im Gesundheitswesen wirklich fett gesprudelt. Konnte doch keiner wissen, dass wir das alte Zeug nochmal brauchen würden. Lief doch alles so gut.

Virolencia
Hören Sie auf zu lamentieren, Politikess. Wir brauchen jetzt Betten, Beatmungsplätze, Schutzmaterial. Und zwar sofort. Koste es was es eben kosten. Das zu diskutieren ist jetzt wirklich nicht der richtige Zeitpunkt.

Psyche
Isolation? – bitte, keine Isolation. So viele Therapeuten können wir gar nicht ausbilden. Das traumatisiert Millionen von Menschen. Keine Woche wird es dauern, dann nehmen sich der ersten das Leben – als Kollateralschaden. Ein unfassbares Drama bahnt sich an.

Höheres Wesen
Ja, so sind sie, die Menschen. Alle Menschen sind gleich, nur manche sind eben gleicher. Ist das Evolution oder Egoismus? Ich entscheide mich später …

Lady Co®vid
Das geschieht ihnen ganz recht. Jahrelang haben sie an Personal und Material gespart. Nun sind sie mir und meinen Kindern beinahe Schutzlos ausgeliefert. Ich würde es Arroganz nennen.

 * * *

Lady Co®vid – Heimsuchung der Slums

Barde
Die Hölle hat sich der Slums bemächtigt
Es gibt weder Priester dort, nur Hunger, noch Regeln
So lebt sich das Leben im Ghetto, in Angst!
Die Hölle ist boshaft, die Hölle ist trächtig
Dunkelheit, Grausamkeit übermächtig
Millionen, Milliarden erleiden die Slums!

 Weltweit zerstört Lady Co®vid das Recht!
Sie hat die Menschheit zur Jagd freigegeben
Sie tobt und wütet wie ein Göttergeschlecht
Neben Hunger und Angst fehlen nur noch die Beben

Herr des Lichtes, wir betteln um Hilfe
Der Hunger, der Virus, mein Kind starb heut Nacht
Kein Engel, kein Helfer, kein Heiler, kein Priester
hat die Ärmsten der Armen mit Liebe bedacht
Du, Herrin der Heere, erhöre das Flehn
beende den Leiden, befreie die Welt
Lass Liebe und Heilung im Ghetto siegen!
Lass nicht zu, dass uns das Virus befällt

Weltweit zerstört Lady Co®vid das Recht!
Sie hat die Menschheit zur Jagd freigegeben
Sie tobt und wütet wie ein Göttergeschlecht
Neben Hunger und Angst fehlen nur noch die Beben

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Mutter Erde
Die Slums. Die Hölle auf Erden. Und doch werden dort täglich Kinder geboren, von ihren Eltern geliebt, gefüttert und beweint. Eltern, die niemals auf die Idee kämen die Erziehung ihrer Kinder von frühester Kindheit an fast militärische Internate abzugeben. So gesehen existieren in den Ghettos mehr Herz und Seele als in so mancher Luxus-Villa. Wahrlich seltsam, diese Menschheit.

Lady Co®vid
Kinder, kommt. Krempelt die Ärmel hoch, hier gibt es richtig viel zu tun. Die Ärmsten der Armen, unternährt, durstig, unglücklich. Welch besseren Nährboden könntet Ihr wohl finden. Und vielleicht, ganz vielleicht sind einige darunter, die froh sind, wenn das Elend für sie ein Ende findet durch Euch.

Virolencia
Die Slums sind die Brutstätte der Infektion. Das wissen wir seit fast zweihundert Jahren. Und doch hat die Welt nichts dafür getan, diese Ghettos aufzulösen. Das ist schlimm und wird uns immer wieder zurückwerfen bei dem Versuch, die Seuche in den Griff zu bekommen. Hier muss die Politik handeln!

Politikess
„Liebe Virolencia, wir kümmern uns wirklich um viele Dinge, die Sie von uns fordern. Doch hier überschreiten Sie eine Grenze. Slums gehören zu unserer Welt und wir werden einen Teufel tun, sie abzuschaffen. Das würde Milliarden kosten, die wir in der Wirtschaft dringen benötigen. Außerdem sichern uns die Slums Ruhe und Ordnung. Ohne eine Zwei, nein, Drei-Klassengesellschaft könnten wir das ordentliche Leben der Mittelschicht nicht aufrechterhalten. Nur wenn die Menschen sehen, dass es andere gibt, denen es viel schlechter geht als ihnen, bleiben sie uns Untertan. Das müssen Sie verstehen. Die Slums werden bleiben!“

Psyche
Diese Rede geht um Kopf und Kragen oder besser gesagt Karriere. Ich nehme einmal an, das hat Politikess nur gedacht, aber niemals laut ausgesprochen. Wäre wirklich, wirklich schlimm!

* * *

 Helfende Hände

 Barde
Ich lebte einstmals eine Zeit,
erfüllt von Liebe, die Arme weit
war scheinbar selbst zu allem bereit (wie blöd kann man sein?)
erfasste jede Möglichkeit
war ein Kämpfer, Held, Gigant der alten Welt
dann war alles vorbei
denn Du hast mir von ihr - erzählt

Ich hörte von Kriegen, von Kämpfen, von Blitzen
sah kranke Bäume, sah Sonnen schwitzen
sah all das Leiden in den Furchen der Erde
sah dieses Leiden schlimmer werden
Ich sah die Mutter aller Wesen
sah sie im Buch der Weisheit lesen
Half ihr, die Wale, Pflanzen retten
Ich half ihr helfen, Kranke betten

 Später dann, zeigte sie mir Menschen
die in Furcht längst schweigend litten
Wo Lady Co®vid zynisch wühlte
da hörte ich die Menschen bitten

 Sie baten und ich brachte ihnen
nur ein paar Dinge jeden Tag
und ein paar Worte, sie zu trösten
das Leid zu tragen seinem Nächsten

 Wenn Hände helfen

 Tag für Tag!

 * * *

Zeitzeugen kommen zu Wort

Psyche
Vereinsamung. Bitte kümmert Euch um all die, die von sozialen Beziehungen abhängig sind. Der Mensch ist kein Einzelgänger wie der Luchs. Der Mensch braucht Menschen um sich. Sonst verkümmern seine Sinne. Und das macht ihn krank, trennt seine Seele von der Welt.

Lady Co®vid
Fürsorge, so ein Quatsch. Sie flüchten voreinander in ihre Höhle, in der es so dunkel ist, dass sie gar all die anderen sehen, die eng aneinander gekauert neben ihnen hocken.

Höheres Wesen
Während sich die einen tief in die Höhle der Furcht zurückziehen, beginnen andere zu helfen. Es schreckt sie nicht für andere ins Feuer zu springen, gerade wenn die Glut am stärksten lodert.

Mutter Erde
Wenn die Glut am stärksten lodert. Das hast Du schön gesagt. Das ist es wohl, was Menschen so menschlich macht. Die Fürsorge. Doch genau genommen ist die Fürsorge etwas, dass in der Welt der Pflanzen und der Welt der Tiere ebenso zuhause ist. Selbst die Welt der Mineralien betreibt eine gewisse Fürsorge. Der Unterschied zum Menschen besteht vielleicht nur in der Verlässlichkeit.

Virolencia
Wenn die so weiter machen mit ihrem Verständnis und der Nähe, dann werden wir die Pandemie niemals in den Griff bekommen. Politikess, Sie müssen das sofort beenden, sofort!

Politikess
Soziales Engagement für andere, was für eine Farce. Was wir jetzt brauchen ist Abstand. Sozialen Abstand. Soziale Kontakte müssen unterbunden werden. Und das werden wir jetzt tun!

 * * *

 Von der Einsamkeit

 Barde
Tränen ertränken Erinnerung
die Kehle verschnürt von Einsamkeit
endlose Nächte allein in der Pein,
sie sagen mir täglich, es wäre noch Zeit

Ich schwebe in einer vergossenen Lüge
schließe das Auge, beginne zu sehn
Der Himmel ergießt sich in meinen Sinnen.
meine Gedanken beginnen zu schwinden
in endloser Qual, ein Dunkel ein Licht

 „Lass es doch los, Du brauchst das nicht!“
 Tauche die Seele in Illusionen
vermisse mein Leben, vermisse auch Dich
Niemand ist bei - es wäre verboten
Die Spiegel verlöschen, die Einsamkeit nicht!

 Ich erinnere mich nicht mehr an Dein Lachen
Ich erinnere mich an niemanden mehr
Ich gleite dahin, werd‘ ich jemals erwachen?
Die Seele will fort, zieht dem Licht hinterher

Meine Geschichte? - ist längst schon erzählt
Entgleitet den Lieben, entgleitet der Welt

 Erinnre mich vage an die Sonnenstrahlen,
Erinnere mich an die Lust an das Leben
Ich glaube, dass wir sehr glücklich waren
Die Müdigkeit – Nebel beginnt sie zu weben

 Ich lege mein Schicksal in Deine Hand

 Ich sehe Dich, bin ich denn schon auf dem Weg?
Der Fährmann am Ufer, er nimmt nun die Seele
Ich kann nicht mehr bleiben, Zeit ist es zu gehn
ein Engel entführt mich – auf Wiedersehn?

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Seele, sei willkommen daheim. Ein schwerer Abgang. Ein einsamer Abgang. Früher begaben sich die Menschen leichter auf den Weg. Offener. Irgendwie freudiger. Begleitet von Familie und Freunden. Bis in den Tod.

Mutter Erde
Sei willkommen Körper. Ich bette Dich in meinen Schoß. Löse die Fesseln des Daseins. Trenne den Körper vom Geist. Sei willkommen!

„Höheres Wesen, was geschieht mit dem Geist, wenn die Seele zu Dir zurückkehrt?“

Höheres Wesen
„Ein Teil des Geistes bleibt zurück und stirbt mit dem Körper. Der andere Teil wächst endlich mit der Seele zusammen und begleitet sie bis ans Ende aller Tage!“

Politikess
„Wir konnten es nicht verhindern!“

Virolencia
„Nein, konnten wir nicht!“

Psyche
Der Worte sind genug gewechselt. Das Licht ist erloschen. Die Akte geschlossen!

 * * *

Home-Schooling – Teil 1

*

Politikess
(An das Volk gewandt): Der Lock Down lässt Schule derzeit nicht zu. Daher bleiben alle Schulen des Landes bis auf Weiteres geschlossen. Um die Chancengleichheit zu bewahren. Wird es in dieser Zeit keinen Schüler unseres Landes Unterricht geben. Das haben die Kultusminister beschlossen! Wir bitten um Ihr Verständnis!

*

 Barde
Wieso, weshalb, warum?
Bleiben jetzt alle dumm?

 Eine Woche wird gemunkelt,
nichts Konkretes, wir tappen im Dunkeln
Andere waren besser informiert,
haben den Stoff schon vorher transportiert

 Freitag! - Der Bundestag trifft den Entscheid:
Der Lockdown er kommt, nun ist es soweit
Kolleginnen sind sich gar nicht einig,
Unterricht online - das ist doch peinlich.
Eine Vereinheitlichung soll her,
bis das geschieht, gehen die Kinder leer

 Drei Wochen Frust, jeder mauschelt für sich
Arbeit non Stopp heißt das für mich
Online Aufträge schreiben OK,
der Kontakt zu den Schülern - OHJEMINE
Chancengleichheit ist dahingestellt.
Da kann man nichts machen auf dieser Welt.
Endlich kommt die Vereinheitlichung.
Nach drei Wochen haben auch wir ein Konzept

 Tagelang Schulung - die Rettung heißt Schabi (gilt für die Schweiz).

Narr
Zurück in der Schule - was hat sich verändert? Die Sprache der Kinder, die Welt ist verwandelt. Die Begegnung der Schwachen im virtuellen Raum sind kaum zu unterscheiden, die Kinder trafen sich im Lockdown in Fortnight und gamten im Duell. Der erste Trugschluss: Die Zeitungen schreiben: «Es findet keine Schule statt»Die Kinder freuen sich: Hurra, hurra die Schule brennt!

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Lady Co®vid
Kinder! – seht sie Euch an. Die kleinen Menschen. Sie lernen und lernen und lernen. Wie brav und fleißig sie sind. Nicht wie Ihr wild und unbändig. Nicht individuell. Seht Ihr? – das ist der Grund, warum der Mensch sich so viel langsamer weiterentwickelt als ein Virus. Ist doch toll, Kinder! Geht hin und plagt sie, jeder von Euch auf seine Art!

Psyche
Erst wurden sie, fast noch im Babyalter, in die Krippe gebracht. Dann schickten sie die Eltern in den Kindergart; später in die Schule und nachmittags in den Hort. Alles, damit die Eltern sich verwirklichen konnten. Naja, sie glaubten, dass sie sich in der Arbeitswelt verwirklichen könnten. Dabei wäre die Familie der Ort gewesen, an dem sie ihre Werte weitergeben und wo sie mit in ihrer eigenen Gemeinschaft wachsen.

Und nun? – ihre Kinder haben gelernt, in einer Familie zu leben, die sich regelmäßig verändert. Ihr zu Hause sind die Schule und der Hort. Die waren immer verlässlicher als die eigenen vier Wände. Doch das ist plötzlich vorbei. Von einem Tag zum anderen – vorbei.

Kinder sind flexibel. Sie lernen schnell, sich ihrer Umgebung anzupassen. Eine neue Situation, eine neue Art zu lernen. Aber was ist mit der Nähe, den Freunden. Sollen die Eltern das jetzt von einem Moment zum Nächsten alles ersetzen? Das klappt doch höchstens bei der Hälfte der Familien, höchstens. Und die andere Hälfte? – ist auf sich allein gestellt. Und eben das bleibt hängen: Du bist auf Dich allein gestellt. Du musst da alleine durch. Das bleibt hängen, am Ende des Kindseins. Und dann ist es zu spät für eine geborgene Kindheit!

Virolencia
Wenn die Psyche regiert, gibt es lauter seelisch ausgeglichene, heile, Menschen, mit gesundem Verstand und reinem Herzen. Nur leider werden diese dann alle tot sein! – Schnickschnack! In dieser Zeit herrschen andere Prioritäten!

Höheres Wesen
Sie sind unglaublich, diese Menschen, wirklich unglaublich. Zu Beginn jeder Krise schaffen sie Regeln, die sie formulieren als seien es unumstößliche Gesetze der Natur. Und schon nach dem ersten frischen Lüftchen, drehen sie die Fahne und modellieren das Gegenteil. Das ist wirklich faszinierend!

Aber vielleicht macht gerade das sie aus, dass sie sich ihrer Sache immer ganz sicher sind. Jede Entscheidung ist in ihrem Moment unumstößlich.

 * * *

 Trauma

 Barde
Ihr Vater schrie sie unentwegt und laut barbarisch an
Der Mutter Antlitz war entstellt, sie stand in seinem Bann
Die Kleine wimmerte allein, verängstigt, jede Nacht
Schule, Freunde, Welt – verboten
zerronnenes Leben, diktiert von Despoten
So wimmerten und die Kleine verängstigt, jede Nacht

Die Kleine – allein löste Schulaufgaben,
Begleitet nur von einem kalten Telefon
Sie scheiterte, weil sie nicht verstand,
was ihre Lehrer von ihr verlangten
Wenn ihr Vater trank, in Wut versank
holte er den Rohrstock hervor
verprügelte Mutter, Kind und Hund
den Hund nur ein wenig, denn den liebte er
Die Klein versuchte in Träume zu fliehen
im Trümmerfeld jeder verwüsteten Nacht

Lang hielt Lady Co®vids schon eisern die Wacht
da bekam der Vater, die Kleine zu fassen
er fasste sie fest, Blut troff von den Lenden
der Wut ein Ventil, nachts die Kleine zu schänden
die Tränen im Kissen von Ekel und Furcht
Die Mama, sie schwieg – sie konnte nicht helfen
keine Hoffnung, kein Glück, kein Verständnis, nur Not
Sie versuchte zu fliehen, in ihren Träumen
verwüstete Leere, ersehnte den Tod

Sie schrie stumm tief in sich hinein
schrie, schrie, schrie
sich die Angst in die Seele!

 * * *

Zeitzeugen kommen zu Wort

Lady Co®vid
Das ist der Mensch. Wild und unmenschlich. Nicht der Virus ist sein Feind. Vielmehr er selbst. 

Höheres Wesen
Das ist schlimm!

Mutter Erde
Das ist wirklich schlimm!

Virolencia
Ein Kollateralschaden. Da kann man nichts machen.

Politikess
Das sind Einzelschicksale. Darauf können wir wirklich keine Rücksicht nehmen. Die Welt müssen wir retten. Die Welt.

Psyche
Sie haben gewusst, dass nicht alle Männer emotionslose Maschinen sind, die man einfach ausschalten kann, die dann stillsitzen und das Schicksal über sich ergehen lassen. Wie viel Tier steckt im Menschen? Nein, Tiere sind berechenbar. Wieviel Bestie mag es sein, die sich in solchen Zeiten in das Unterbewusstsein schleicht und rücksichtslos das eigene Heim zerbeißt, sobald die äußeren Gegner ausbleiben. Am Ende gibt es vermutlich mehr Kollateralschäden als Opfer. Doch das interessiert sie nicht.

* * *

 Loblied der Systemrelevanz

 Barde
Dank Euch, Pflegekräfte, Ihr seid wirklich gut – Applaus!
Bei der großen Pandemie, seid Ihr am Wichtigsten im Haus
Ihr sollt bald viel mehr Geld bekommen
(wie gesprochen, so zerronnen)
Macht ‘nen Megatollen Job – Applaus!
Ich verneige mich - der Job ist so, so wichtig für die Welt! – Applaus!

 Hey Lady Co®vid, mein Job macht mich krank
Ich bin so müde, kaputt und hab kaum Geld auf der Bank
Ja, ich liebe den Job, bin verantwortungsbewusst
ich rette Dein Leben, der Dank ist nur Frust
Ich bin so müde, kaputt, ich muss hier weg
Ich habe mich längst selber angesteckt

 Bitte, liebe Pflegekraft, wir brauchen Dich – jetzt echt!
Ich bin so müde, brauch ‘ne Pause - bitte
Wenn das vorbei ist, kannst Du schlafen - echt!
Ich kann doch nicht mehr, fühle mich so elend – seht Ihr das nicht?

 Wen bitte interessiert Deine körperliche Verfassung? – funktioniere …

(Politikerin, laut lachend im Kollegenkreis)

 (Stehende Ovationen) und viel bla bla

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Politikess
(An das Volk gewandt): „Wir stehen auf und zollen Euch Respekt und Achtung! Ihr, die Ihr an der Front jeden Tag der Gefahr trotzt, Ihr Pflegekräfte, Kassiererinnen, LKW-Fahrer, die Ihr das öffentliche Leben aufrechterhaltet, den Nachschub sichert, Leben rettet!

Und ja, Ihr werdet viel zu schlecht behandelt, zu schlecht bezahlt. Das muss sich ändern. Das werden wir ändern. Applaus!“

Virolencia
Hören Sie auf mit dem Personal zu verhandeln. Das sind Ihnen verpflichtet. Sie haben Verträge unterschrieben, an die sie sich halten müssen. Fertig!  - keine Zugeständnisse! Sorgen Sie für Ordnung!

Politikess
(Geheime Konferenz): „Sie verkennen die Situation. Wir brauchen diese Leute jetzt. Es sind doch nur Gesten und Worte. Niemand hat vor tatsächlich etwas zu verändern. Zuckerbrot. Gebt ihnen ein Lob und sie schnurren wieder eifrig los. Sie sind eben einfach gestrickt! – Einfach eben!“

Psyche
„Sie beide verkennen die Situation!“ Diese Menschen retten Ihnen gerade das Land. Sie sind wichtig und das müssen Sie ihnen sehr deutlich zeigen. Wenn Sie dies nicht tun, wird Ihnen ein zweiter Lock Down zum Verhängnis werden. Dann ist Ihre Überzeugungskraft dahin. Die Systemrelevanten Personen werden sich frustriert krankmelden und Sie werden die Krise dann mithilfe des Militärs lösen müssen. Und das nur wegen der Arroganz von Politik und Unternehmen. Denken Sie bitte gut darüber nach!“

Höheres Wesen
Mach den Mensch dem Menschen Untertan und Du erntest nichts als Grauen.

 * * *

 Home-Schooling – Teil 2

 Barde
Endlich mal zu Haus bei den Kindern
den Tag neu erfinden – kuscheln, spielen, basteln, lesen
Endlich mal zu Haus, Dinge tun, die verbinden,
Gemeinsam am Tisch, essen Fisch – Stäbchen, Kartoffelbrei.

Jedes Kind für sich, will nur Dich, nur für sich,
Deine Nerven liegen blank, versteckst Dich im Schrank,
willst nur mal schlafen, etwas Ruhe finden.
Doch sie zerren, zergeln, nerven, streiten, fordern Dich,
jedes Kind nur für sich.
Denn die Freunde sind weg, einfach weg, das verstehen sie nicht.

Du bist im Home-Office – jederzeit verfügbar sollst Du sein,
Du bist im Home-Office, Mutter, Hausfrau, putzen, waschen, jederzeit bereit.
Drei Kinder fordern Dich und auch Dein Chef will Deine Zeit.
Drei mal 4, 5 Stunden Kinder, plus die 8,9 für den Job,
bleibt Dir noch ‘ne ganze Stunde Schlaf, das steckst Du doch locker weg!

 Dann eines Tages, Langeweile, Streit und Eile, Klassenkeile
meldet sich erstmals die Schule bei den Kindern – nein! – bei Dir.
Du bist jetzt Lehrer wider Willen, sollst den Kindern – bitt’re Pille,
Mathe, Deutsch, Musik erklären, ahntest nicht, wie die sich wehren.

 Du bist im Home-Office – jederzeit verfügbar sollst Du sein, …

Deine Kinder müssen lernen, dazu braucht es die I.T.

Schnelle Leitung, schnelle Rechner, sowas gab es bisher nie.
Prügelt Euch um die Ressourcen, wer darf an den Rechner dran.
Deine Firma braucht Dich online, doch die Leitung bricht zusamm’n.

 Du bist im Home-Office – jederzeit verfügbar sollst Du sein, …

Rechts die Nachbarn sind zu Hause, Vater, Mutter und ein Kind,
Knete, Luxus, schnelle Leitung, logisch, dass die vorne sind.
Links der Nachbarin geht’s schlechter, Kinder: 3, erzieht allein.
keine Knete, alter Laptop, kommt ins Netz erst gar nicht rein.
Ihre Kinder, welche Schande, lerne jetzt g’rad leider nix.

Chancenlos und abgehängt, Zu-Hause-Learn ein Satz mit „X“.

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Lady Co®vid
Anfangs wurde in alten Europa gesagt, dass es keinen Unterricht gäbe, damit die Chancengleichheit gewahrt bliebe. Dann begann eine Schule nach der anderen mit diesem Home-Schooling und die Gleichheit war dahin. Andererseits gibt es auch Länder in denen Schule ohnehin ein Luxus ist. Some animals are eben more equal. Das sind die Regeln! – was geht mich das überhaupt an? Meine Kinder wissen nicht einmal, was Schule.

Politikess
Unsere Kinder müssen lernen. Ist die Lern-Kette erst einmal unterbrochen, dann wird es schwierig, sie wieder in den Griff zu bekommen. Und – seien wir mal ehrlich – es sind immer Kinder auf der Strecke geblieben. Die sind auch erwachsen geworden, haben dann eben die einfachen Jobs bekommen.

Psyche
Die Aufspaltung der Gesellschaft in drei Klassen ist wieder einmal vollzogen. Die Schulen werden die Defizit-Unterschiede nicht kompensieren können. Ein Teil der Kinder wird die Leistungsziele nicht erreichen. Sie werden in eine neue Schicht der geringer gebildeten Menschen abrutschen, auch im alten Europa. Die Folgen werden verheerend sein.

 * * *

Superspreader

 Barde
Brüll nicht, wenn Du mitten in der Menge stehst!
Sing nicht, wenn Du mitten durch die Menge gehst!
Lach nicht, wenn Du mitten in der Menge stehst!
Brüll nicht, sing nicht, lach nicht!

Berühren verboten – behalt Deine Liebe gefälligst für Dich!
Umarmen verboten – das darfst Du nicht!
Liebkosen verboten – komm mir nicht zu dicht!
Berühren, umarmen, liebkosen verboten!

 Tue das nicht – Warnung – schütze Dein Leben
Sonst wirst Du zum Superspreader!
Tue das nicht – Warnung – schütz Deine Gesundheit
Sonst wirst Du zum Superspreader!
Tue das nicht – Warnung – rette die Seele
Sonst wirst Du zum Superspreader!

 Nimm kein Bad, wenn Du nicht allein bist!
Putz Deine Zähne nicht, wenn Du zu zweit bist!
Wechsel nicht Kleidung, nicht Meinung, im offenen Raum!

Tu das nicht, nicht, nicht, nicht oder kaum!

 Trink nicht im Freien, im Park, auf der Bank.
Iss nicht neben mir, dann steck ich mich an.
Pinkel nicht hier, das vergiftet die Welt.

Trink nicht, iss nicht, pinkel nicht!

 Tue das nicht – Warnung – schütze Dein Leben
Sonst wirst Du zum Superspreader!
Tue das nicht – Warnung – schütz Deine Gesundheit
Sonst wirst Du zum Superspreader!

Tue das nicht – Warnung – rette die Seele

Sonst wirst Du zum Superspreader!

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Virolencia
Regeln! Wir brauchen klare Regeln und Verordnungen.
Sprechen, Spucken, Singen, Trompeten!
Es kann doch nicht so schwer sein, das für ein paar Monate zu verbieten.
Ist sowieso gefährlich – schon immer gewesen!
Eigentlich gehört sowas bei Strafe verboten – grundsätzlich!

Lady Co®vid
Ich denke, man sollte das Atmen verbieten. Dann hätte der Virus keine Chance auf eine Tröpfchen-Infektion, kein Virus! Was für ein Schwachsinn.

Ich denke? – wieso denke ich überhaupt. Bin ich am Ende vielleicht selbst so ein elendes, sensibles Wesen wie diese – Menschen? – oh mein Gott!

Politikess
Noch mehr Regeln? Noch mehr Gesetzesänderungen, Verordnungen? Virolencia bringt mich um den Verstand. Das nimmt mir doch keiner mehr ab. Wie soll ich dem Volk das alles verständlich erklären. Die werden mich steinigen, würden sie, wenn es noch erlaubt wäre. Gut, dass sich dahingehend die Zeiten wenigstens geändert haben – hoffentlich!

(An das Volk gewandt): Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, eine vom Militär durchgeführte wissenschaftliche Studie hat ergeben, dass Lady Co®vid vor allem durch Tröpfchen übertragen wird. Ja, das war bereits vorher bekannt. Nun ist jedoch klar, welche Wege vorrangig dazu beitragen. Dies sind: Sprache, Gesang, geblasene Musik, laute Artikulation, als Anschreien etc. Wir müssen bedauerlicherweise alle Tätigkeiten untersagen, die damit einhergehen, also Singen in Bands, Chören, bei Gottesdiensten, jegliche Art der geblasenen Musik, Vokationen bei Demonstrationen und anderen Veranstaltungen. Selbst die Bundeswehr ist angehalten ihre Appelle ab sofort bis auf weiteres via Whats App an die Soldatinnen und Soldaten zu übertragen, um einen Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden. Sie sehen, wir tun alles um Sie zu schützen.

Psyche
Sie tun alles, um weiter Angst und Panik zu schüren, Menschen zu vereinsamen und zu isolieren. Glückwunsch! Dieser Weg kann nicht der richtige sein. Die menschliche Psyche wird aufs Tiefste verletzt werden.

 
* * *

 Der Denunziant

 Barde
Sieh doch, da der alte Mann
spricht die Kinder einfach an
Ohne Abstand, ohne Maske
stoppt den alten, alten Mann!
Seht doch, wie er Kinder schreckt!
Er ist Schande, sperrt ihn weg!

Der Denunziant ruft „Polizei“
Verdammt, tut endlich Eure Pflicht
Der Kerl ist krank, sperrt Ihr ihn weg
ich bin zu schwach, ich kann das nicht
Er muss doch brennen, büßen, zahlen
für seine schlimme Missetat
Seht die Gefahr, die durch ihn schwelt
er steckt mich an – das ist Verrat?

 Der Denunziant beschimpft auch Jungen
 und ihre jungen Frau ‘n daneben
die sitzen viel zu dicht zusammen
Der Funke springt schon über - eben
Der Denunziant ruft die Ordnungshüter
Strafen müssen schnellstens her
Die trinkt aus seinem Glas, ein Schock
der Virus lebt, das Glas ist leer!

Narr
Achtung Herr Nachbar, denk ich leise, verdammter Kerl, was machst Du da?
Du bist nicht Polizei noch Sitte noch Ordnungswächter, das ist klar!

Wenn Lady Co®vid eines Tags ihr Spiel beendet, wirst Du seh‘n,
dass niemand straflos Nachbarn schändet; denn dann wirst Du alleine stehn!

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Politikess
(an das Volk gewandt): „Wenn Sei sehen, dass sich Menschen zusammenrotten, dass sie gegen die Auflagen verstoßen, dann zögern Sie nicht die Sicherheitskräfte zu informieren. Von Ihrem verantwortlichen Handeln können Leben abhängen!“

Virolencia
Wir müssen alles wissen. Nur so können wir versuchen einen Schutz aufzubauen.

Lady Co®vid
Denunzierungen erzeugen Angst und Unsicherheit. Das schwächt den Geist und später dann den Körper. Der beste Nährboden für einen Angriff der Killerviren. Fantastisch! – Kinder…

Virolencia
Wir müssen alles wissen. Nur so können wir versuchen einen Schutz aufzubauen.

Psyche
Appelle an die Vernunft können vielleicht eine Zeitlang helfen. Drohungen und Anschuldigungen schlagen in Wut und Verzweiflung um. Das ist nicht gut.

 * * *

Ruin und Reichtum

 Barde
Ein guter Text, eine geile Melodie
Ein bisschen Liebe, nur keine Ironie

Schon war ich reich, im Herzen vieler Leute
ein schweres Moll begleitet mich bis heute

 Ich füllte Stadien, die Menschen haben mich geliebt
War beinah reich, nur durch den einen Hit!

 Ich gab Konzerte, die Medien - mir treu
Dann wach ich auf und alles ist vorbei

 Ein kleiner Virus bringt mich jetzt in Not
Verträge nichtig, Künstler ohne Brot

 Die Bank will Raten, ratet mal woher
Ganz ohne Gigs, da bleibt das Konto leer

 Wo sind die Fans? die Freunde? alle weg
Bleibt mir zur Selbstdarstellung gerade worldwideweb

 doch wenn ich ehrlich bin, bin ich schon echt allein
bin voller Zweifel, wie lang wird das so sein

 die Plattenfirma braucht mich gerade nicht
ein schwarzer Tunnel, ohne Ende, ohne Licht

 Gestern Millionen und heute ganz allein
das zu verkraften wird nicht einfach sein

 Die Bank will Raten, ratet mal woher
Ganz ohne Gigs, ich glaub, ich kann nicht mehr

 
* * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Psyche
Ein Narzisst, der ohne Publikum nicht lange existieren kann? So einfach ist das nicht. Im täglichen Leben unsicher und klein. Im Rampenlicht ein umjubelter Held. Manch einer nahm sich das Leben, wenn das Rampenlicht erlosch. Es geht hier gar nicht so sehr um den wirtschaftlichen Ruin. Viele darstellende Künstler gehen derzeit durch die Hölle, weil das Publikum ausbleibt. Selbst die lobenden Klicks für Internetproduktionen nehmen ab. Nicht nur die Künstler sind krank und müde. Auch das Publikum verliert das Interesse. Verfällt mehr und mehr in Agonie.

Höheres Wesen
Ein Lied, dem er den Erfolg verdankt. Ein Lied, auf das er sich fixiert. Dabei hat er in frühen Jahren dieses Leben so wundervolle Oden geschrieben, hat Wesen gesehen, wie kaum jemand sonst. Warum dies eine flache Lied? Es ist so unbedeutend im Gegensatz zu seiner Seele. Wenn er nur spüren könnte, wie bedeutend seine Seele für das Universum ist.

Mutter Erde
Ja, ich erinnere mich. Als Kind hat er mit Feen im Garten gespielt, lebte mit den Naturwesen an seiner Seite. Doch seine Eltern redeten ihm das im Laufe der Zeit aus und so rückten diese Wesen für ihn in weite Ferne. Was gäbe ich darum, wenn er sich nur erinnern würde.

Politikess
(Geheime Konferenz):“ Zu viele selbsternannte Künstler mischen sich ein. Es wird unserer Nation nicht schaden, wenn einige von denen die Bühne räumen. Ich wünsche diesen Menschen nichts Böses. Doch wir müssen eine Möglichkeit finden, sie zum Schweigen zu bringen, wenn nötig, mit Hilfe des Militärs.“

(An das Volk gewandt): „Wir werden niemanden vergessen. Weder den großen Autokonzern, noch den kleinen, freischaffenden Unternehmer. Wer sich unter unseren Schutz begeben möchte, den werden wir mitnehmen in dieser Krise.“

Virolencia
Es geht doch hier nicht um das wirtschaftliche Überleben des Einzelnen. Es geht um das Überleben der Menschheit. Begreift das doch endlich!

Lady Co®vid
Ein weiterer Kollateralschaden. Ist eben So.

* * *

 

Rettungsschirm

Narr
Die Demokratie ist eine sensible Pflanze. Sie wächst nicht auf jedem Acker. Und selbst, wenn sie wächst, gibt es doch viele Kräuter, die ihr allzu gerne den Platz streitig machen. Den Raum nehmen. Die Nahrung nehmen. Das Licht nehmen.

Sie drängen sich in den Vordergrund. Greifen nach der Macht. Diktieren der zarten Pflanze ihren Willen auf. Verbiegen sie. Verstümmeln sie. Gerade so wie es ihnen in den Wuchs passt.

Sie flüstern ihr ein, welch wichtige Rolle sie spiele im Gefüge der Gewächse, während sie ihr gleichsam die Blätter stutzen. Immer und immer wieder. Um sie klein zu halten.

Die zarte, sensible Pflanze ist traurig und müde. Sie verkümmert beinahe unter den erdrückenden Pranken der großwurzelnden gigantischen Klaue des Herkules.

Doch Herkules hält sie am Leben, gerade so; denn er weiß, dass seine Macht ohne ihre Ohnmacht nicht bestehen könnte.

 * * *

Zeitzeugen kommen zu Wort

Politikess
(Geheime Konferenz): „Hunderttausende Arbeitnehmer sind von der Autoindustrie abhängig. Wir müssen in erster Instanz dafür sorgen, diese Industrie am Laufen zu halten. Dafür sehen wir 100 Milliarden Euronen vor.

Die Finanzierung der Börse schieben wir auf die Zentralbank. Hier werden eintausend Milliarden Euronen gerade reichen. Nur auf diese Weise bekommen wir die Großaktionäre ins Boot. Weitere 100 Milliarden müssen wir der Pharmaindustrie für die Erforschung des Virus und die Entwicklung eines Impfstoffes zugestehen. Es wäre sehr ärgerlich, wenn der Impfstoff wegen Desinteresse auf sich warten lässt. Dann wären da noch geschätzte 50 Milliarden Euronen für die Konzerne der Luftfahrt. 500 Millionen für die Klinken (die lassen wir uns allerdings schnellstmöglich zurückzahlen, wenigstens von den Kliniken, die in öffentlicher Hand sind). Und dann noch einmal ein paar Millionen für dieses ganze jammernde Kleinvolk. Besser, wir geben ihnen das Gefühl, sie zu stützen, als diesen endlosen Aufwand mit Hartz-IV zu betreiben. Da kommen die noch früh genug hin.

(An das Volk gewandt): Jedes Unternehmen, egal wie klein, wie groß, werden wir schützen. Heute helfen wir den Konzernen, bei denen Millionen von Menschen in Lohn und Brot stehen, morgen unterstützen wir die Tourismus-Branche, übermorgen kümmern wir uns um Sie.

Mit tiefem Bedauern mussten wir jedoch feststellen, dass viele kleine und kleinste Unternehmen unsere Großzügigkeit schamlos ausgenutzt haben um sich zu bereichern. Daher erwarten wir Ihr Verständnis, dass wir nun jeden Antrag im Detail prüfen müssen, was einige Monate dauern kann. Das ist nicht unsere Schuld. Wir haben wirklich versucht zu helfen!

Höheres Wesen
Ist sie jetzt fertig?

Virolencia
Nun hören Sie endlich auf, sich um die Wirtschaft zu kümmern. Es gibt Wichtigeres zu tun, zum Beispiel: Leben retten!

Psyche
Den Konzernen noch weiter vergrößern, die kleinen Firmen zerstören. Das ist es, was Politik am besten kann. Sie tötet die Individualität, reduziert die Vielfalt. Verschafft der Industrie immer mehr immer billigere Arbeitskräfte, öffnet einer neuen, feinen Sklaverei Tür und Tor. Die Seele der Menschen sieht sie nicht, versteht sie nicht. Ihn richtet sie zu Grunde. Das ist, was sie am besten kann.

 * * *

Agonie

Barde
die Tage rinnen längst dahin
kein Engel tanzt im Nebelodem
Schweigen dämmert sanft dahin
zeichnet Pflanzen, Blumen grau
das Erdenvolk erstickend still
niemand erinnert sich der Ode
Gott schickt den Sturm
unter der Brücken friert ein Kind im Morgentau

 Traurige Augen schimmern müde
Herzen schwer aus Eis, aus Blei
die Kälte friert im Regenbogen
 ein grauer Tag schleicht sich vorbei
Der Mond zieht leise, traurig Kreise
ertrinkt am Morgen in der See
das Schattenschwert es schnittert leise
rote Tropfen in den Schnee

die Tore weit, der Himmel offen
die Hoffnung Tot winkt mich herbei
ich hör den Priester betend hoffen
die Menge raunt – es ist ihr ziemlich einerlei
 

es blickt von Ferne sehr, sehr traurig eine Wolke auf das Land
keine jungen, keine Greise, keine Spuren mehr im Sand
nur ein paar verirrte Seelen schleichen um den Henkersbaum
das Blumenkind von einst irrt irre, sehnt sich nach dem letzten Raum

 die Arme weit, der Himmel offen
die Hoffnung Tot winkt mich herbei
ich hör den Priester betend hoffen
die Menge raunt – es ist vorbei

* * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Die Seelen strömen mir zu wie lange nicht mehr. Viele von ihnen sind unglücklich wie lange nicht mehr. Es ist nun an mir, sie willkommen zu heißen, ihnen Trost zuzusprechen, sie behutsam aufzunehmen in das Sein danach. Die meisten wohl nur für eine Weile.

Im Grunde beginnt meine Teilnahme am Spiel erst jetzt!

Mutter Erde
Asche zu Asche, Staub zu Staub. Der Geist erlischt. Die Seele – frei vom Körper und Geist, frei von Hunger und Sehnsucht - reist!

Lady Co®vid
Kollateralschäden gibt es nun mal immer – sorry! Obwohl – genau genommen hat sie die Politik zu verantworten, nicht ich.

Politikess
Kollateralschäden gibt es nun mal immer – sorry! Obwohl – genau genommen gehen sie auf das Konto des Virus, nicht auf meins.

Virolencia
Das hätte nicht passieren müssen. Hätte man sich etwas mehr um die Schwachen und Kranken gekümmert, wie ich es immer wollte, dann wäre vielen Sterbenden ein gnädigeres Schicksal zuteilgeworden.

Lady Co®vid
Hätte es nicht? Das ist jetzt wirklich putzig!

Psyche

Und am Ende habe alle das Richtige getan. Bleibt nur zu hoffen, dass es kein Leben nach dem Tod gibt und die Seele ihren endgültigen Frieden findet.


* * *

 Herdenimmunität

Narr
Es begab sich zu der Zeit, dass ein Expertenteam eine geheime medizinische Untersuchung in Auftrag gab zum Zwecke der Prüfung des aktuellen Durchseuchungsgrades in der Bevölkerung der Welt. Hatte eine vorgehende Prüfung vom Februar des Jahres einen Wert von fünfzehn Prozent weltweit nicht überschritten, so begründeten die aktuellen Ergebnisse Zeichen der Hoffnung.

Während in weiten Teilen der alten Welt nach Hochrechnungen die Immunität bei einundfünfzig Prozent lag, dokumentierten die Institute neunundfünfzig Prozent für große Bereiche Asiens und sogar dreiundsechzig Prozent für Nord- und Mittelamerika. Nur in Afrika, Süd-Amerika und Australien waren den Untersuchungen zufolge gerade 31 Prozent von dem Spuk befreit.

Die Herdenimmunität stieg kontinuierlich, während die Sterberate dank verbesserter medizinischer Erkenntnisse stetig verringert werden konnte.

Die Oberhäupter vieler Nationen wurden über die Entwicklung im Geheimen informiert. Leider waren die Rückschlüsse sehr, sehr unterschiedlich. America first proklamierte nach dem bereits bekannten Prinzip die Seuche als beinahe ausgerottet. Den Stärksten eine Chance – beendeten sie alle Einschränkungen und erhofften sich einen politischen und wirtschaftlichen Vorsprung durch diese Entscheidung.

In den Bundesrepubliken Deutschland und Österreich herrschte der Gedanke vor, dass das Leben von einem so wertvoll sei wie das Leben aller. Grundsätzlich ein guter Gedanke, der jedoch zunehmend im Widerspruch zu den Kollateralschäden stand. Zu viele Menschen hatten aus Angst, Einsamkeit oder Frustration den Freitod gewählt, von häuslicher Gewalt, wirtschaftlichen Bankrotten und psychischen Belastungsstörungen wegen der mittlerweile gelebten sozialen Entfremdung gar nicht zu reden.

Man wartete lieber noch auf den lang ersehnten Impfstoff. Bis der kam, würden geschätzte 75 Prozent der Menschen immun sein. Aus wirtschaftlichen Grüßen und aus Loyalität zur Pharma-Industrie, wurde ein Gesetz erlassen, dass die gesamte Bevölkerung zur Impfung vorsah. Leider würden dadurch auch wieder einige wenige, die den Impfstoff nicht vertrugen, das zeitliche segnen, was jedoch als wiederum als Kollateralschaden zu verbuchen wäre. Aber – sollte man der Pharmaindustrie diese Gewinnchance vorenthalten – natürlich nicht!

* * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Dann wäre dies wohl ein guter Zeitpunkt darüber zu sinnieren, was der Mensch als einzelner, die Menschheit als Gesamtheit aus dem Spiel der Kräfte gelernt hat. Es sieht so aus, als seien einige (ein nicht unerheblicher Teil der Menschheit) an der Krise gewachsen, hätten die Nächstenliebe, die Fürsorge, aber auch die Ruhe und Stille für sich entdeckt.

Viele andere haben begonnen, den Alltag wieder ebenso aufzunehmen, wie er vorher war. Die Krise verdrängen und den kommenden Urlaub buchen. Könnt Ihr machen, nur helfen wird Euch das wenig. Ein nicht unerheblicher Teil der Weltbevölkerung hat verängstigt, verzweifelt, egoistisch oder wütend auf die Krise reagiert. Das sind dann wohl die Fälle für eine Ehrenrunde.

Aber es ist wohl noch zu früh für ein abschließendes Urteil!

Mutter Erde
Das Spiel neigt sich, es scheint, dem Ende zu. Zeit zu erwachen, und Zeit zu hoffen. Ich wird‘ mich wohl ein ganz klein wenig schneller drehn. Das macht mich leichter und ist leichter auch für sie.

Narr
Oh Du Erde, diesen Deinen Satz werden die Menschen wohl erst in hundert Jahren verstehn – oder nie, wer weiß das schon!

Lady Co®vid
Nun haben sich Milliarden gar nicht so schlecht geschlagen. In Fieberkrämpfen oder nicht, in Atemnot und oder ohne. Gestorben wurde wenig. Mit Verlaub – die Pest, die Cholera, da bleib ich wohl die kleine Schwester. Und doch habe ich brav getan – und meine Lieben – wozu es mich, wozu es uns berief zur rechten Zeit.

Virolencia
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Aber ich gebe zu bedenken, dass es sich nicht um eine normale Grippe handelt. Jedes einzelne Leben gilt es zu schützen. Wir müssen weitermachen, egal wie viele bereits immun sind. Wir müssen weitermachen!

Politikess
Manchmal wünschte ich, wir hätten nicht auf Virolencia gehört und es gehalten wie die Schweizer oder die Niederländer. Die habe es auch überlebt. Mit weniger Aufwand, weniger Kollateral-Toten, weniger Angst. Ich bin es leid, mir jeden Tag diese Zahlen anzuhören und die angeblich ach so notwendigen Konsequenzen! Es reicht!

Psyche
Erst hetzt Politikess das gesamte Volk auf, jeden gegen seinen Nächsten, verbreitet Panik, Angst und Schrecken, schüchtert ein, und jetzt ist sie müde und möchte den Spuk einfach beenden. Ich fürchte, so einfach geht das nicht, meine Liebe. Das Volk muss behutsam auf die Alltäglichkeit eingeschworen werden. Das braucht Zeit und ebenso viel Fingerspitzengefühl wie beim Lock Down.

* * *

 Zeit der Heilung

Narr
Ein Tag im Dezember, es roch nach Schnee.
Ein sanftes, schüchternes Lächeln ergoss sich über die Natur.
Der Impfstoff gefunden, geprüft und verteilt.
Ein Seufzer der Erleichterung ging um die Welt,
berührte die Seele jener einzelnen, einsamen Wolke.
Das soziale Drama, die soziale Distanz schmolz ganz langsam dahin, schlich sich heimlich aus den Herzen und schaffte einen winzig kleinen Raum für Vertrauen, Hoffnung und Liebe.

Die Grenzen fielen. Lady Co®vid zog ihre Kinder unmerklich zurück aus dem Reich der Seelen.

Mütter nahmen Töchter in die Arme, Enkelkinder umarmten Großväter.

Eine leuchtende Zeit ergoss sich über das Land.

 Barde
Die Zeit ist neu, die Zeit ist frei
Öffne Dein Herz – träume
vertrau dem Vater, trau dem Sohn
vertrau der Welt, wie sie dir traut

Denn es ist Zeit sich zu verstehen
triff wieder Freunde, die Du magst
Es ist nun Zeit für neues Leben
neue Liebe, neuen Geist

Es ist nun Zeit hinaus zu gehn
das Leben duftet schon nach Lust
Denn es ist Zeit, die Welt zu sehn
und auf einander zu zugehn

 Es ist nun Zeit sich zu verlier‘n
sich neu zu finden, zu verlieben
Sieh mich nur an, ich bin zwar alt
doch sieh mein Herz
es wird nicht schwinden

 * * *

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Die Evolution hat einige Menschen vorangebracht. Das Bewusstsein Weltbevölkerung ist gewachsen. Das Bewusstsein Mutter Erde ist ebenfalls gereift. Eines Tages werden die Menschen dieses globale Bewusstsein als eigenes Wesen erkennen und sich ihm bereitwillig öffnen. Es wird beginnen eine zentrale Rolle in ihrem Dasein einzunehmen. Ein Gesamtbewusstsein oder Überbewusstsein, dass die Menschheit auf einer höheren Ebene vereint.

Mutter Erde
So ein kleiner Winterschlaf tut auch der Menschheit ab und an ganz gut. Das gab mir endlich einmal Zeit, einiges zurück ins Lot zu schieben. Ich hatte diese Art der Ruhe beinahe schon beinahe vergessen.

Wäre nur schön, wenn die Menschen den Zusammenhang zwischen sich und mir zu verstehen begännen. Es ist doch so einfach. So wie jede Zelle in ihrem Körper eigenständig ist und doch Teil ihres gesamten Organismus, ist jeder Mensch eigenständig und Teil meines Organismus. Alle Planeten verstehen das. Warum nicht auch der Mensch?

Lady Co®vid
Kinder kommt, wir müssen gehen! Es war eine wirklich aufregende Zeit. Wir werden ja wiederkommen. War schon ein spannendes Abenteuer … aber jetzt sollten wir wirklich gehen!

Politikess
Wir haben die Krise fantastisch gemeistert. In keinem Land der Welt ist das so gut gelungen wie bei uns. Die Börse wurde gerettet. Die großen Unternehmen konnten ihre Absatzmärkte stabilisieren. Kleine lästige Konkurrenten wurden vom Markt gefegt. Die Kritiker haben wir zum Schweigen gebracht, wenigstens für eine Weile. Ach ja, es gab wenig Tote. Sehr wenig Tote im Vergleich.

Wir haben so richtig aufgeräumt. Nun ist eine gute Zeit für neue Pläne …

Virolencia
Wenn wir jetzt aufhören, wird alles von vorne beginnen. Ein Risiko, es ist ein hohes Risiko. Denken Sie an die Alten und Kranken. Sie werden sich infizieren. Sie werden sterben! Sie sterben immer als erste. Nimmt denn niemand Rücksicht auf sie?

Psyche
Die Politik hat das ihre getan um die Krise zu bewältigen. Bald gibt es wieder Wahlen. Dann stehen sie sich selber wieder bei. Wer glaubt, das Volk werde je an Menschlichkeit sie messen. Das ist wohl viel erwartet. Dem Volk ist’s einerlei. Die gehen wieder Brot und Spiele suchen. Ihre Ängste haben sie begraben. Tief. Tief in versteckten Winkeln ihres Ich. Und machen erstmal Urlaub. Aber ich, ich werde warten bis sie kommen in einigen Jahren – die Geschichte von damals aufzuarbeiten, aus jener Zeit, als dieser Virus ihre Welt bedrohte. Das Spiel ist aus. Ein neues Spiel beginnt …

 
* * *

Big Bang

 Barde
Big bang – meine Seele geht auf Reisen
alles eins, Erwachen aus der Nacht

 Gut oder Schlecht – kein Bann wird es mehr weisen
die Zeit dem Wesen fremd, das in mir ist erwacht

 Träume zu Bildern -reisen mit dem Licht
Du und ich und alles ist -in dem großen, ganzen Ich

 Seele geboren – unschuldig, unwissend, frei
ein sanftes Lächeln nur, ein zarter Blick zurück

 Gut oder Schlecht – kein Bann wird es mehr weisen
die Zeit dem Wesen fremd, das in mir wacht

 Wir sind der Morgen - von Anbeginn zu Anbeginn
Wir sind die Zeit -  die Ahnung, das Gesicht

Wir sind Vision – das Licht? - uns nicht verborgen
sind Dimensionen – der Flug, er schreckt uns nicht

 Wir träumen Welten –Worte wachsen wild
Wir träumen Worte –schaffen Welten durch Gefühl

Der Mond geht auf – die Sonne tut’s ihm gleich

Nur ein Gedanke: „Der Ursprung ist erreicht!“

 Zeitzeugen kommen zu Wort

Höheres Wesen
Im Anbeginn war alles eins in einem kleinen, feinen und doch alles umfassenden Kern verborgen. Dann brach es auf – Big Bang - und wandelte die Seele sich in Geist, der in Materie, vom String zum Staubkorn zur Galaxie. Es wandelt sich erfindet sich, erfindet Zeit, erfindet Raum, erfindet ungedachte neue Dimensionen. Dreht sich nicht um, blickt nicht zurück. Entdeckt in weiter ferner Zukunft einen Ursprung als ein Alles, als sein Glück!

Narr
Das Spiel, es ist vorbei. Das Ende gleich dem Anfang ist erreicht.

Ein letztes Wort vermag die Menschheit selbst zu finden. Man wird erforschen, was geschah, was wie geschah, wird es erklären, deuten, lehren. Und eines Tags in einer andern Zeit wird diese Krise zur Legende, die aus der Sicht gefallen ist, doch biblisch episch immerdar.

Politikess

Nächste Woche sind Wahlen!




























































































































































































































































































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